C Angemessene Strukturen und Funktion von Ethikberatung in der Altenhilfe

In der Altenhilfe werden mit größerer Regelmäßigkeit Betroffene, Angehörige und Betreuungspersonen hinzugezogen. Dagegen ist eine hausärztliche Präsenz ungleich mühsamer zu gewährleisten als im Krankenhaus. Dies gilt es bei der Koordinierung und Umsetzung von Ethikberatung in der Altenhilfe zu berücksichtigen.

Ein weiterer Unterschied ist die zeitliche Dimension: in der Regel sind hier Entscheidungen nicht akut dringlich bzw. so sehr auf Leben und Tod zu treffen; sie ringen vielmehr um wesentliche Aspekte des Lebens angesichts eines herannahenden Todes .
Insbesondere in der Altenhilfe wird auch die anwaltschaftliche Rolle der Ethikberatung sichtbar, die sich keinesfalls in der Sicherung/Klärung von Rechten und Pflichten der Beteiligten erschöpft; ausgehend von den individuellen Behandlungs-, Versorgungs- und Betreuungssituationen stellen sich in den Ethikberatungen unter dem Stichwort ‚Würdeverletzungen/Sicherung der Würde’ auch Themen/Fragen, die immer wieder die MitarbeiterInnen betreffen.

In der Ausgestaltung angemessener Strukturen ist in der Altenhilfe eher Ethikberatung vor Ort/auf Wohnbereichen anzutreffen. Mit einem klinischen Ethikkomitee vergleichbare Gremien werden dagegen eher für mehrere Einrichtungen (s. Bockemheimer ua.) oder trägerweit (s. Riedel ua.; Dinges/Kittelberger) eingerichtet.



Literaturhinweise

Bockenheimer-Lucius G., Dansou R., Sauer T. (2012). Ethikkomitee im Altenpflegeheim. Theoretische Grundlagen und praktische Konzeption. Frankfurt/New York: Campus.

Dinges S, Kittelberger F (2010) Ethische Entscheidungskultur am Lebensende: Einrichtung und Etablierung von Ethikberatung in der „Hilfe im Alter“. In: Heller A, Kittelberger F (Hrsg.) Hospizkompetenz und Palliative Care im Alter. Eine Einführung. Freiburg i. Br.: Lambertus.

Dinges S, Kittelberger F (2011) Zurechtkommen. Ethikberatung in der Altenhilfe: Ein Leitfaden zur Orientierung und Organisation einer ethischen Entscheidungskultur in Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Nürnberg: Eigenverlag DW Bayern.

Riedel A., Lehmeyer S., Elsbernd A. (Hrsg.). Einführung von ethischen Fallbesprechungen – Ein Konzept für die Pflegepraxis. Ethisch begründetes Handeln praktizieren. 3., korrigierte und überarbeitete Auflage. Lage: Jacobs Verlag.

Riedel, Annette. Vom moralischen Unbehagen zur ethischen Fragestellung - extern definierte Anforderungen und praxisorientierte unterstützende Instrumente für die professionell Pflegenden. In: Steger, Florian (Hrsg.): Klinische Ethikberatung. Grundlagen, Herausforderungen und Erfahrungen. Münster: mentis, 2013, S. 81-109.

Sauer T., Bockenheimer-Lucius G., May A. T. (2012). Ethikberatung in der Altenhilfe. In: Frewer A., Bruns F., May A. T. (Hrsg.). Ethikberatung in der Medizin. Heidelberg: Springer.

Simon A., Burger L., Goldenstein S. (2010). Ethikberatung in der Altenpflege. In: Dörries A., Neitzke G., Simon A., Vollmann J. (Hrsg.) Klinische Ethikberatung. Ein Praxisbuch für Krankenhäuser und Einrichtungen der Altenpflege. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kohlhammer



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